13.05.26
Amateurfunkprüfung Vorbereitung
Wie habe ich mich überhaupt vorbereitet auf die Amateurfunk-Prüfung?
Da mich diese Frage erreicht hat von einigen Menschen, mag ich das hier erzählen.
Ich hatte gute Start-Voraussetzungen. Nicht wegen eines Elektrotechnik-Studiums, wie der Prüfer vermutet hatte, sondern, weil ich als Teenager bereits ein großes Interesse an Elektronik und auch Digitaltechnik hatte. Dazu kommt, dass ich damals schon CB-Funker war. Vieles war mir dadurch schon vertraut.
Allerdings hatte mein Wissen auch Grenzen. Mit Spulen hatte ich z. B. nie zu tun, Schwingkreise hatte ich nicht verstanden, Filter, Mischstufen, wie funktioniert ein Modulator - all das wusste ich nicht. Allerdings hat es mir einen riesigen Spaß gemacht, mein Wissen jetzt “aufzufüllen”, es gab sehr oft Aha-Momente. Ich fand es sehr spannend, wie Schwingkreise zu Saug- oder Sperrkreisen werden, wie schmalbandige Filter aufgebaut sein können. Hoch-, Tief- und Bandpässe aus RC-Gliedern hatte ich vorher schon verstanden, aber was Spulen da beitragen können, ist schon sehr interessant gewesen für mich.
Als ITler war alles, was mit Digitaltechnik zu tun hatte, sehr leicht für mich. Bei Abkürzungen half meine Vergangenheit als CB-Funker, hier muss man allerdings aufpassen - die Abkürzungen wurden von CB-Funkern seinerzeit teils sehr anders benutzt als im Amateurfunk, ich hoffe, ich stelle mich nie bloß, indem ich irgendwann in den merkwürdigen CB-Funk-Slag der 80er Jahre (“QRX mal bitte!”) verfalle :)
Wie habe ich nun gelernt? Mit 50 Ohm vom DARC. Diese Plattform war für mich genau richtig. Ich finde die meisten Erklärungen sehr gut, es ist super strukturiert und aufbereitet - danke an dieser Stelle für die enorme Arbeit, die Freiwillige da reingesteckt haben. Ich habe da alles einmal durchgearbeitet in ungefähr zwei Monaten. Das ist, glaube ich, recht schnell, was aber eben am Vorwissen lag.
Nach dem Durcharbeiten war es noch eine Woche bis zur Prüfung, und ich habe gemerkt, dass ich die Dinge vom Anfang teils wieder komplett vergessen hatte. Da gab es noch mal ein paar Tage Unsicherheit. Ich habe das ebenfalls sehr gute Tool von DF1IAV AfuP benutzt und konnte hier sehen, dass ich, obwohl ich in jedem Durchgang Fehler hatte, trotzdem bereits immer bestehe, das hat viel Sicherheit gegeben. Die Fehler habe ich dann jeweils nachgeschlagen auf 50 Ohm. Dort gibt es auch eine Suchfunktion, mit der man direkt nach der Fragen-Nummer suchen kann, so kommt man auch gleich zu den entsprechenden Erklärungen, das fand ich sehr praktisch.
Letzten Endes war das ein spannender Ritt, bzw. ein excellentes Rabbit Hole, und nachdem ich bestanden habe, versuche ich jetzt erst mal, wieder ins normale Leben zurück zu finden. Ich habe viele Interessen und ich möchte mich vom Amateurfunk vorläufig nicht dominieren lassen :)